das Naturell:

 
Welches Naturell bin ich?
   
 
Uns begegnen täglich viele Menschen mit  den unterschiedlichsten Ausprägungen. Große, kleine, dicke, schlanke, breite Menschen und wir nehmen sie oft unbewusst  wahr. Viele verändern ihre Gestalt im Laufe des Lebens, von einem schlanken zum korpulenten Menschen oder umgekehrt.
 
Kommen wir mit dieser Grundveranlagung zur Welt? Diese Frage stellen wir uns selten. Wir betrachten unseren Mitmenschen so wie er ist, ohne ihn wahrzunehmen was er uns mitteilen könnte, ohne zu fragen.
 
Jedes Organisches kommt mit allen Grundinformationen des Werdens in der  Zelle zum Leben. Hier ist gespeichert, was aus ihr später wird. Welche Form, Gestalt sie annimmt, die gesamte Entwicklung ist geprägt. Mit jeder Zellteilung werden alle Informationen wieder dupliziert.
 
Einige Wochen nach der embryonalen Entwicklung der befruchteten Eizelle entwickelt sich bei dem Menschen die Keimblase mit den drei Keimblättern.
 
Jedes Keimblatt beinhaltet eine Naturellbestimmung. Das Energiepotenzial des betreffenden Keimblattes ist entscheidend, welche Anteile der Naturellveranlagung sich später stärker oder schwächer entwickelt. Es gibt drei Naturellprägungen.
 
                     das Empfindungsnaturell                      
                     das Bewegungsnaturell
                     das Ernährungsnaturell.
 
Carl Huter nannte sie die primären Naturelle.
Es gibt keinen Menschentypen der sich nur als primäres Naturell entwickelt. Je nach Veranlagung und entsprechender Umwelteinflüsse entwickeln sich die Keimblätter aus. Es entstehen Mischnaturelle.

Die Definition wird nach der am stärksten entwickelten Veranlagung in der Betitelung zuerst genannt.    Z. B. Empfindungs-Bewegungsnaturell.

Hier ist der Empfindungsanteil am stärksten angezeigt.
Carl Huter nannte sie sekundäre Naturelle. Es gibt auch harmonische Naturelle. Sie  treten seltener in Erscheinung.
Ein Empfindungsnaturell ist ein Gefühlsmensch und seine Interessen liegen im Seelisch-Geistigen. Er ist zart, schmal und feingliederig gebaut und sehr hellhäutig. Er richtet seine Energie sehr nach Außen aus, um neue Erkenntnisse aufzunehmen und sie gleich wieder zu verarbeiten, z. B. als Inspiration für neue Projekte.                     
Der Typus des Bewegungsnaturell, ist ein praktisch- real denkender Mensch. Kräftiger Körperbau mit ausgeprägter Muskulatur, breiten Schultern, sowie kantigen Gesicht und Kiefer. Seine Stärke liegt im Handeln und praktischen Umsetzen. Er hat willensstarke Grundsätze die er energisch, impulsiv und vorwärts strebend in Anwendung bringt. Seine Geistesebene ist intellektuell und vielseitig interessiert um praktische Kenntnisse zu erwerben
 
Das Ernährungsnaturell, auch als wirtschaftlicher Typus genannt. Seine Formen zeigen eine runde, wohlwollende Gestallt mit weichem Gewebe und der Neigung zur Fülligkeit. Sein Maß aller Dinge liegt im Wert des Geldes und den wirtschaftlichen Gütern. Er sammelt gerne und fühlt sich in geselliger Umgebung am wohlsten. Er besitzt oft eine gute Logistik und setzt sie im ökonomischen Sinne gern um. Bei dieser Tätigkeit fühlt er sich am wohlsten.
 
Bei allen Betrachtungen in der praktischen Umsetzung der Physiognomie dient die Naturellveranlagung als Basis zur Erkenntnisgewinnung. Alle einzelnen Ausdrucksareale werden zur Vervollständigung der Aussage über den Menschen zur Unterstützung mit herangezogen.
 
Achtsamkeit ist hier das höchste Gebot der Betrachtung. Alle auftretenden Widersprüche sind immer wieder zu hinterfragen und erneut zu prüfen.
 
Nur durch die korrekte Prüfung der einzelnen Erkenntnisse unserer Betrachtung, ist der Erwerb einer guten Menschenkenntnis möglich.                                 
 

W.Moldehnke

 
                   „Alle Gestalten sind ähnlich        
                   und keine gleichet den anderen.
 
                   Und so deutet das Chor auf ein geheimes Gesetz,
                   auf ein heiliges Rätsel. (Goethe)